Seehundsafari: Robben und Seehunde vor Fanø

Ein besonderes Highlight lockt viele Besucher in das Wattenmeer vor Fanø: Nicht weit von der Küste entfernt liegt eine Sandbank, die von zahlreichen Robben und Seehunden als Ruhezone genutzt wird. An guten Tagen können Sie hier bis zu 1000 dieser schönen Tiere zu Gesicht bekommen. Wo ist die Sandbank und wie komme ich dorthin?

Robben in der Nordsee

Nachdem im Laufe des 20. Jahrhunderts der Bestand an Robben im Wattenmeer der Nordsee gefährlich gesunken ist, hat sich ihre Zahl seitdem deutlich erhöht. Heute leben etwa 30.000 Seehunde und 10.000 Kegelrobben in der Nordsee. Die Robbe ist der Obergriff für beide Arten: Die Familie der Robben wird in Ohrenrobben, Hundsrobben und Walrosse unterschieden. Seehunde und Kegelrobben gehören zu den Hundsrobben, die generell keine sichtbaren Ohren haben.

Selten besuchen auch Robben aus der Arktis das Wattenmeer, zum Beispiel Ringel-, Sattel- und Bartrobben. Sie ziehen besonders dann in unsere Gefilde, wenn das Futter im Polarmeer knapp wird. Für die hiesige Population ist das nicht ungefährlich, denn sie sind Konkurrenten und Träger gefährlicher Erreger. So geht vermutlich die Staupe auf Sattelrobben zurück, die 1988 und 2002 für dramatische Einbrüche der Population gesorgt hat.

Seehunde

Seehunde kommen von Portugal bis Norwegen vor. Sie werden bis 1,50 m bei 80 kg (Weibchen) bzw. bis 1.80 m bei 100 kg (Männchen) groß. Seehunde haben einen rundlichen Kopf mit runder Schnauze und grau-silbriges Fell mit dunklen Flecken.

Kegelrobben

Die deutlich größeren Kegelrobben sind noch weiter verbreitet: Sie leben in Nordatlantik, Westatlantik und in der Ostsee. Weibchen werden bis 150 kg schwer, Männchen können sogar 330 kg erreichen und werden dabei bis 2,30 Meter lang. Namensgebend für die Kegelrobbe sind die Zähne, die eine auffällige Kegelform haben. Doch auch die Form des Kopfes ist neben der Größe der Tiere ein gutes Unterscheidungsmerkmal: Ihr Kopf wirkt langgezogen und nicht so rundlich wie jener der Seehunde.

Für mich sieht die Kegelrobbe auch von vorne deutlich anders aus – sie erscheint mir hundsähnlich mit dem langgezogenen Gesicht einer Bulldogge.

Robben vor Fanø

Rund um Fanø fühlen sich die Robben sichtlich wohl: Sie bilden ausgedehnte Kolonien und nutzen dabei die zahlreichen Sandbänke der Gegend um zu ruhen und ihre Jungen zur Welt zu bringen. Als Faustregel gilt: Wenn die Tiere mehrere Tage in der Nordsee auf Futtersuche unterwegs sind, so müssen sie anschließend ebenso lange ruhen. Die bei Robben beliebteste Sandbank findet sich südlich der Insel Fanø einen knappen Kilometer von der Küste entfernt. Jedoch sind sie rings um die Insel und auch im Hafen von Nordby anzutreffen.

Ein guter Ausgangspunkt für einen Besuch dieser Sandbank ist der Strand westlich von Sonderho. Von hier aus starten auch geführte Touren zu der Seehundbank, die sich in Rindby buchen lassen. Auch online können Sie für die Tour einbuchen – dazu dient die Internetseite des Club Fanø, die Sie unter folgendem Link erreichen.

Im Watt vor Sonderho
Im Watt vor Sonderho

Sicherheitshinweis für den Ausflug in das Watt vor Fanø

Achtung: Ein Ausflug in das Watt ist mit Risiken verbunden, die Sie niemals unterschätzen sollten. Brechen Sie nicht in das Watt auf, ohne die Tide (Niedrigwasser) zu kennen. Schauen Sie außerdem auf das Wetter und unterlassen Sie einen Ausflug bei schlechten Sichtverhältnissen. Achten Sie außerdem auf voll geladene Handy-Akkus und informieren Sie jemanden über Ihren Ausflug!

Bericht vom Ausflug zu den Robben vor Fanø

Bei perfektem Wetter haben wir uns auf den Weg zu den Robben vor Fanø gemacht. Wir haben dabei den Tidekalender studiert (Link) und sind etwa eine Stunde vor Niedrigwasser aufgebrochen. Der Fußweg zur Sandbank hat etwa 30 Minuten gedauert. Nachdem wir direkt vor der Küste ein paar Stellen mit etwa knöcheltiefem Wasser durchquert haben, wurde der Untergrund deutlich fester und trockener.

Die Sandbank ist durch ein tiefes Priel vom Watt abgetrennt. Dieses Priel kann nicht durchquert werden – mit einem Abstand von etwa 200 Metern konnten wir die Robben dann wunderbar beobachten. Selbst die Rufe und das Grunzen der Tiere konnten wir deutlich vernehmen. Ein herrliches Erlebnis inmitten des Wattenmeers. Unten finden Sie eine Karte meiner Route. Wenn Sie die Karte ganz heranzoomen, können Sie selbst auf den Satellitenbildern die Robben auf der Sandbank erkennen.

Die Tiere werden dabei nicht gestört, weil sie an Land extrem kurzsichtig sind. Man sagt, dass man sich auf dem Bauch liegend sogar auf wenige Meter nähern kann, weil die Robben dann von einem sich nähernden Artgenossen ausgehen. Versucht habe ich dies aber nicht.

Auf der Karte: Der Weg zu den Seehunden und Robben

Heuler am Strand

In den Wintermonaten und im Frühjahr trifft man gelegentlich kleine Robben am Strand an. Diese sogenannten Heuler sollten tunlichst in Ruhe gelassen werden. In vielen Fällen werden die Jungtiere von ihren Eltern zurückgelassen, während sie auf die Jagd gehen. Unter Umständen kehren sie aber nicht zu ihrem Nachwuchs zurück, wenn sie sich gestört fühlen oder den Geruch ihres Robben-Kindes nicht mehr erkennen – weil er etwa durch menschliche Gerüche überlagert wird.

Der Himmel ist weit im Watt vor Fanø
Der Himmel ist weit im Watt vor Fanø

Inselheld

Inselfan und Autor dieser Fan-Seite zu den Kanarischen Inseln. Jede freie Minute wird der schönsten Nebensache der Welt gewidmet - der Erkundung der Kanaren und dem Schreiben darüber.

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