Highlights auf Fano

Top10: Die Highlights auf Fanø – Sehenswürdigkeiten

Um eines gleich vorwegzunehmen: Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten der Insel Fanø sind die wilde Natur und die abgeschiedene Ruhe. Wer auf der Suche nach ausgefeilten Abendveranstaltungen und ausgedehnten Shopping-Touren nach Fanø kommt, der hat das falsche Reiseziel gewählt. Dieses Faktum spiegelt sich natürlich auch in der Top10 Liste der Highlights wieder. Nun also zu den Sehenswürdigkeiten.

1. Wanderung zum Riff Galgerevet – Seehundsafari

Der Ausflug zum Riff der Seehunde ist eine spannende Wanderung durch das Watt entlang des autofreien Strandabschnitts im Süden der Insel. Auf dem Riff sind üblicherweise mindestens

Seehundsafari auf Fano

Seehundsafari auf Fanø

200 Seehunde anzutreffen. Ihren Nachwuchs bringen die Seehunde in den Monaten Juni und Juli zur Welt – in dieser Zeit können Sie leicht auf mehrere Tausend Tiere stoßen, die auf der Sandbank ruhen. Von der Strandzufahrt Sønderho beträgt die Wegstrecke etwa eine halbe Stunde. Halten Sie sich in südlicher Richtung und Sie können die Sandbank nicht verfehlen. Für den Ausflug können Sie im Sommer Barfuß gehen – in den kälteren Jahreszeiten sind Gummistiefel wärmstens zu empfehlen.

Achtung: Für jeden Ausflug in das Wattenmeer gilt besondere Vorsicht. Besorgen Sie sich unbedingt einen aktuellen Gezeitenkalender. Brechen Sie nur bei ruhigem Wetter und guter Sicht auf. Sie sollten spätestens 30 Minuten vor dem tiefsten Wasserstand aufbrechen. Zur Pflichtausrüstung gehört ein Kompass, damit Sie auch bei plötzlicher Wetterverschlechterung sicher zur Insel zurück finden. Treten Sie den Rückweg rechtzeitig an – als erstes füllen sich bei Eintreten der Flut tiefliegende Prile, die Ihnen unter Umständen den Rückweg abschneiden können. Wenn sie körperlich eingeschränkt sind, verzichten Sie auf Exkursionen in das Watt auf eigene Faust und schließen Sie sich einem erfahrenen Führer an.

2. Naturspaziergang in Paradisdalen

Grünes Blätterdach in der Fanø Plantage.

Grünes Blätterdach in der Fanø Plantage Paradisdalen.

Um den Sandflug auf der Insel Fanø einzudämmen, der in früheren Zeiten zu massiven Problemen in der landwirtschaftlichen Nutzung der wenigen fruchtbaren Flächen führte, wurden weite Teile der Inselmitte aufgeforstet. Entstanden ist ein weitläufiges Waldgebiet, das als Fanø Plantage bekannt ist. Südlich von Rindby haben die Ausläufer des Waldgebiets das Sumpfgebiet Gåsehullerne im Paradisdalen erreicht – ein einzigartiges Biotop ist entstanden, das seltene Vogelarten ebenso anzieht wie Enten, Gänse und Schwäne. Sie erreichen das Gebiet über den Parkplatz Sandflot Hede.

3. Waldspielplatz in Fanø Plantage

Eingebettet in das bereits erwähnte Waldgebiet Fanø Plantage liegt ein liebevoll angelegter Waldspielplatz mit diversen Spielgeräten aus Holz. Neben besonderen Schaukeln ist auch ein großes Mühle-Spiel verfügbar. Auf dem Kletterpfad können große und kleine Besucher ihren Gleichgewichtsinn schulen. In der direkten Umgebung stehen Picknick-Plätze und Sitzgelegenheiten zur Verfügung. Sie erreichen den Spielplatz per Parkplatz Nr. 5, der direkt am Spielplatz gelegen ist, oder nach einem kurzen Spaziergang ab Parkplatz Nr. 3 (Sønderho Hede). Vom Spielplatz aus lässt sich auch die benachbarte Sand-Heide und Dünenlandschaft mit dem Silkebjerg besuchen, die sehenswert ist. Die Dänen gehen mit der Dünenlandschaft etwas hemdsärmeliger um, als wir es von deutschen Urlaubsinseln gewohnt sind. So sind keine Bohlenwege durch die Dünen angelegt, sondern das Betreten ist entlang der Wege gestattet.


4. Pælebjerg

Der Weg zum Pælebjerg.

Der Weg zum Pælebjerg.

Der Pælebjerg ist der höchstgelegene Punkt der Insel Fanø. Von hieraus haben Sie einen schönen Blick über die Fanø Plantage und die hügelige Natur. Ein herrlicher Weg führt durch die Dünen- und Heidelandschaft, dessen Ziel eine Überraschung bereit hält: Neben dem Hügel befindet sich ein kleiner See, der Pælebjergsøen, in dem Goldfische ausgesetzt wurden. Entgegen aller Erwartungen sind die Fische zäh genug, sich in der oftmals unwirtlichen Umgebung zu behaupten und erfreuen nebenbei die Besucher.

5. Das Fanø Bryghus – das Brauhaus der Insel

Spezielle Biersorten im Brauhaus von Nordby auf Fanø.

Spezielle Biersorten im Brauhaus von Nordby auf Fanø.

Craft Bier ist in aller Munde – seit 2006 auch auf Fanø. Mittels genossenschaftlicher Anteile wurde das ehemalige Kraftwerksgebäude umgestaltet und mit einer modernen Kaspar Schulz Brauanlage ausgestattet. Der wirtschaftliche Erfolg blieb indes zunächst aus. Bereits 2008 musste die Brauerei schließen und wechselte 2009 den Besitzer. Schließlich übernahmen Claus und Ryan das Ruder, die ihre Brauerei bis heute mit leidenschaftlichem Einsatz führen. Das Bier mundet vorzüglich! Das Pilsner schmeckt hopfig-aromatisch mit einer milden Kopfnote. Und auch das Pale Ale sowie das IPA sind sehr gelungen. Weitere Biersorten werden mit regionalen Zutaten wie Heideblüten und -Honig oder gar Mango versetzt. Das geschmackliche Erlebnis kann nur mit “besonders” beschrieben werden.
Einige der Biersorten werden auch in den örtlichen Supermärkten angeboten. An warmen Tagen wird auf der Terrasse der Brauerei ein improvisierter Biergarten eingerichtet.
Unterstützen Sie diese regionale Initiative! Das Bier passt zur Insel, mundet zum abendlichen Kaminfeuer besser als billiger Import-Wein und ein Abstecher in die Brauerei sei jedem empfohlen!

6. Sonne, Mond und Sterne

Sonnenuntergang auf Fanø.

Sonnenuntergang auf Fanø.

Wer einmal einen leuchtenden Sonnenuntergang über dem Wattenmeer gesehen hat, der mag verstehen, warum ich diesem Ereignis einen eigenen Platz in der Highlight-Liste einräumen möchte. Der feuchte Schlick sorgt für einzigartige Reflektionen und taugt als beeindruckendes Foto-Motiv.
Die dünne Besiedlung der Insel Fanø bringt uns auch des Nächtens einzigartige Eindrücke: Bei wolkenfreien Bedingungen gibt die Dunkelheit den Blick auf das sternbesetzte Himmelszelt frei. In beeindruckender Klarheit zeigt sich die Milchstraße über der Insel. Sternschnuppen-Garantie!

7. Sønderho

Sønderho, das einstmals zum schönsten Dorf von Dänemark gewählt wurde, erkunden Sie am besten zu Fuß. Die Häuser stehen in alter Manier sehr eng, dazwischen führen schmale Fußwege, die teilweise nur mit Mühe als solche zu erkennen sind. Hier entdeckt der geneigte Besucher hinter jeder Ecke neue Details. Das Dorf wirkt sehr homogen – alle Häuser sind traditionell mit Reet bedacht und sehr gut erhalten. Wer anschließend einkehren möchte, dem sei das Sønderho Kro (das Abends mit gehobener, regionaler Küche glänzt) oder Café Nana’s Stue empfohlen – letzteres ist in der ehemaligen Molkerei ansässig und zeigt nebenbei eine beachtliche Sammlung handbemalter Fliesen (Fanø Fliesesamling).

8. Nordby

Auch Nordby ist unbedingt einen Besuch wert. Wer auf der Suche nach den fast schon obligatorischen Hot Dogs ist, der wird im Havne Kiosk fündig. Fischbrötchen gibt es bei Fanø Fisk. In Nordby ist auch der größte Supermarkt der Insel ansässig – ein gut sortierter Super Brugsen. Nordby hat seinen Seefahrer-Charme über die Jahrhunderte bewahrt. Prächtige Kapitänshäuser, ausladende Handelskontore und sorgsam gezimmerte Fachwerkshäuser prägen den Ortskern entlang der Einkaufsstraße, die mit Kopfsteinpflaster gelegt ist. Ein Abstecher in die kleinen Boutiquen lohnt immer – die dänischen Modelabel glänzen mit außergewöhnlichen Stücken. Einen Besuch wert sind außerdem die Glasbläserei (Glaspusteriet Fanø), das Schifffahrtsmuseum (Skibsfarts- og Dragtsamling), das Fanø Museum und die Brauerei (Fanø Bryghus, oben bereits detailliert beschrieben) mit verschiedenen hausgemachten Biersorten – von exquisit bis experimentell.

9. Kikkebjerg Plantage

Nordwestlich von Nordby finden Sie ebenfalls ein neuerdings bewaldetes Gebiet. Der Kikkebjerg mit seinen 17 Metern diente einstmals den Lotsen der Insel als Basis. Von hier aus wurden Schiffe gesichtet, die Kurs auf den Hafen von Nordby nahmen. Der Lotse fuhr diesem dann entgegen, um seine Dienste entlang der engen Fahrrinne anzubieten.
Das Lotsenhaus ist noch erhalten – wenn auch nur als Nachbau, denn das Original wurde 1999 in einem schweren Sturm vollständig zerstört.
Der Kikkebjerg markiert gleichsam den Startpunkt eines zwei Kilometer langen Rundgangs durch die Pflanzung. Östlich des Weges lassen sich auch die Überreste einer deutschen Flak-Stellung betrachten – einer der größten erhaltenen und begehbaren Befestigungsanlagen aus der deutschen Besatzungszeit.

Lichtung im Wald von Fanø.

Lichtung in der Kikkebjerg Plantage von Fanø.

10. Die Menschen der Insel

Meine Aufenthalte auf der Insel Fanø werden stets durch die dänischen Einwohner der Insel Fanø erhellt, die freundlich, hilfsbereit und charmant sind. Die meisten sprechen fließend Deutsch, freuen sich aber dennoch über jedes dänische Wort, das der geneigte Besucher über seine Lippen bringt. Und auch, wenn die Touristen mal allzu neugierig durch die geöffneten Läden in die gute Stube linsen, so ertragen sie das mit stolzer Fassung.

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